Internationales Blindenzentrum
CH-8597 Landschlacht
IBZ Kopfbild

Wenn Therapie zur Kunst wird

Bilderausstellung von Mireille Haueter aus Kesswil (TG)

Einige Bilder von Mireille Haueter betrachten



Foto: Eines der Werke von Mireille Haueter Am 27. April fand im IBZ die dritte Vernissage statt: Die Bilder der stark Sehbehinderten Mireille Haueter aus Kesswil bleiben nun bis Ende August 2007 im IBZ Landschlacht ausgestellt.

Es war erfreulich: Über vierzig Interessierte fanden den Weg ins Internationale Blindenzentrum um den Auftakt zur Bilderausstellung von Mireille Haueter würdig zu begehen.

Die Laudatio wurde von Frau Beata Annette Rüegg aus Scherzingen gehalten. Bei ihr besucht Mireille Haueter regelmässig die Maltherapie. Beata Annette Rüegg strich hervor, dass es ein langer und intensiver Prozess ist, den Mireille Haueter mit ihr zusammen erlebt. Am Anfang war die Künstlerin eher verschlossen und vorsichtig. Mehr und mehr fasste sie aber Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Dabei entstanden die wunderschönen und ausdrucksstarken Bilder.

Roland Gruber, der Leiter des Internationalen Blindenzentrums, betonte, dass Mireille Haueter und das IBZ sehr gut zusammenpassen. Es ist sein Ziel, dass im IBZ regelmässig Ausstellungen stattfinden, entweder mit Künstlern, die nicht selber von einer Sehbehinderung betroffen, aber in der Region des Blindenzentrums wohnhaft sind oder mit Sehbehinderten aus dem Einzugsgebiet des IBZ (ganze Schweiz und Deutschland). Im Fall von Mireille Haueter trifft gleich beides zu: Sie ist stark sehbehindert und wohnt in nächster Nähe des IBZ in Kesswil. Für das Blindenzentrum ist es wichtig, durch Ausstellungen der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass das Zentrum ein offenes Haus ist. Ferner möchte Roland Gruber, dass einer breiten Öffentlichkeit gezeigt wird, dass auch Menschen mit einer Behinderung viel zu leisten im Stande sind, gerade auch im künstlerischen Bereich. Er findet es bewundernswert, was Mireille Haueter zustande bringt, Roland Gruber sagt zu den Vernissage-Besucherinnen und -besuchern: „Ich selber bin auch stark sehbehindert. Gerade deshalb habe ich so viel Respekt vor Mireilles Arbeit. Müssten Sie heute Bilder anschauen, die ich gemalt hätte, dann würden Sie schnell wieder nach Hause gehen!“.

Feierlich umrahmt wurde der Anlass von den beiden jungen Harfenspielerinnen Yaelle Häring und Leonie Grob. Es war wunderbar, ihren Harfenklängen zuzuhören, und diese passten ausgezeichnet zur Eröffnung der Bilderausstellung.

Mireille Haueter war sichtlich gerührt über das grosse Interesse an ihrer Arbeit, dem vielen Zuspruch, über die Freude, die sie mit ihren Bildern auslösen kann. Und etwas stolz war sie auch, und dies mit Recht! Wenn ein Mensch, der in seinem Leben nicht immer sehr privilegiert war, der so Einiges durchmachen musste, so etwas Schönes schaffen kann, dann verdient dies Anerkennung und Bewunderung.

Bewundert werden können die Bilder noch bis zum 31. August 2007 täglich von 10 bis 18 Uhr im

Internationalen Blindenzentrum Alte Landstrasse
8597 Landschlacht (TG).
So finden Sie das IBZ.


Beata Annette Rüegg

Beata Annette Rüegg

begleitet Menschen therapeutisch in ihrer künstlerischen Arbeit und hilft ihnen, ihre schöpferischen Res- sourcen zu entdecken. Sie unterstütz bei der Aufarbeitung von Leben- schicksals- Ereignissen. Die 57 Jährige ist Mutter zweier Kinder. Ursprünglich im kaufmännischen Bereich ausgebildet ist sie heute diplomierte Kunst- und Gestaltungstherapeutin und verfügt über eine Ausbildung in NLP.

Atelier:
Bottighoferstrasse 22, 8596 Scherzingen


Download des Mediencommuniqués zur Vernissage von Mireille Haueter

Beachten Sie untestehend einige Bilder von Mireille Haueter. Sie sind im IBZ zu sehen und auch käuflich zu erwerben.

Täglich, 10 bis 18 Uhr
bis 31. August 2007

Foto: Mireille Haueter - Portrait Zur Person:

Mireille Haueter wurde 1954 in Villargiroud bei Romont im Kanton Freiburg geboren. Mit acht Monaten erkran- kte sie an Hirnhaut- entzündung und verlor das Augenlicht. Heute ist sie stark seh- und teilweise auch leicht sprachbehindert. Als zweijährige, nach einer kombinierten Kinderimpfung, erlitt Mireille den ersten Epilepsieanfall. Mit sieben Jahren trat Mireille Haueter ins Blinden- und Behinderten- heim LE FOYER in Lausanne ein, wo sie bis Herbst 2003 zu Hause war. Durch eine schwere Erkrankung erfolgte dann der Umzug zu ihrer Schwester, die in Kesswil verheiratet ist. Ab diesem Zeitpunkt besuchte die gut fünfzig Jährige die Maltherapie bei Frau Beata Annette Rüegg, in Scherzingen. Dort entstan- den die nun im IBZ Landschlacht ausgestellten Bilder.

Foto: Auch Roland Gruber freut sich über den Erfolg der Ausstellung

Auch Roland Gruber, der Leiter des IBZ Landschlacht, freut sich über den grossen Erfolg der Vernissage.

Foto: Martha Haueter am Apéro-Buffet

Mutter Martha Haueter, die extra aus dem Kanton Freiburg angereist ist, darf stolz sein auf ihre Tochter. Das Apéro-Buffet wird von der IBZ-Mitarbeiterin Marion Vetsch bedient.


Foto: Yaelle Häring und Leonie Grob an der Harfe

Die Vernissage wird wunderschön umrahmt von Yaelle Häring und Leonie Grob auf der Harfe.

Foto: Mutter Matha und Schwester Jacqueline Haueter

Wahrscheinlich Mireilles Erfolg nach- studierend: Mutter Martha Haueter (rechts) und Schwester Jacqueline Reutemann (links).

Foto: Beim Apéro wird das Erlebte ausgetauscht

Beim Apéro bietet sich die Möglichkeit, sich über die Vernissage auszutauschen. Rechts auf dem Bild: Beata Annette Rüegg zusammen mit ihrem Partner Peter Zehnder.

Foto: Die Vernissage-BesucherInnen lauschen gespannt

Erfreulich, dass über 40 Besucherinnen und Besucher den Weg an die Vernissage von Mireille Haueter gefunden haben.