►Gebetsmeinungen der Monate Mai 2012 April 2012 März 2012 Februar 2012 Januar 2012
►Über die Verfasser der Gebetsmeinungen
„Dem Beispiel Papst Johannes Paul II. folgend möchte auch ich mich an euch wenden und euch darum bitten, für mich und die ganze Kirche zu beten." (Papst Benedikt XVI. bei seiner Polenreise im Mai 2006)
In den persönlichen Gebetsanliegen tragen wir unsere individuellen Sorgen und Nöte, unsere Freude und unseren Dank vor Gott. Darüber hinaus versteht sich die Kirche als weltweite Gebetsgemeinschaft. Im Gebetsapostolat machen sich Christen auf allen Kontinenten die monatlichen Gebetsmeinungen des hl. Vaters zu eigen; die erste ist eine allgemeine, die zweite greift ein Anliegen der Mission auf.
Die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Blindenvereinigungen im deutschen Sprachraum fügt diesen beiden noch eine eigene dritte bei.
Wir beten,
- dass in der Gesellschaft Initiativen ergriffen werden, die die Rolle der Familie schützen und stärken.
Familien – in welchen Zusammensetzungen auch immer – sind hohen Anforderungen ausgesetzt. Familie soll „funktionieren“ für Wirtschaft und Staat. Herzensbildung, die Entwicklung starker Wurzeln und die Entfaltung der Person werden dabei oftmals übersehen. Häufig gibt es Überforderungssituationen. Der 13. Mai ist der internationale Tag der Familie. Ende Mai findet der Familienweltkongress statt, zu dem kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der ganzen Welt in Mailand zusammen kommen, um über das Spannungsfeld „Familie – Arbeit – Fest“ zu beraten und sich auszutauschen. Beten wir, dass daraus stärkende Impulse für die Arbeit vor Ort ausgehen.
- dass Maria, Königin der Welt und Stern der Evangelisierung, alle Missionare bei der Verkündigung ihres Sohnes Jesus Christus begleitet.
Am Kreuz spricht Jesus: Frau, siehe deinen Sohn, Sohn, siehe deine Mutter. Einander als Gabe und Aufgabe anvertraut sein, ist wesentliche christliche Botschaft – am Kreuz so eindrücklich aufgezeigt. Maria wird uns in der Bibel als aufmerksame und wohlwollende Begleiterin geschildert (Was er euch sagt, das tut). Im Wissen, dass wir als Menschen Begleitung und Unterstützung brauchen, bitten wir um den Beistand Mariens für alle, die missionarisch den Glauben bekennen und bezeugen in Gebet und Tat – überall auf der Welt.
- um die Gaben des Heiligen Geistes für unser Gebetsapostolat
Gott sei Dank gibt es Menschen, die für andere beten, die in dieser hohen Form der liebenden Aufmerksamkeit unsere Welt vor Gott tragen. Und Gott lässt uns nicht im Stich: Er schenkt die Gaben seines Geistes - Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht, damit die Welt menschlicher wird und wir immer mehr nach Gottes Willen geformt werden. Ein „Vergelt’s Gott“ allen Betern und Beterinnen.
Alfred Natterer
Kontakt:
Alfred Natterer, Seelsorgeamt Innsbruck
►E-Mail an den Verfasser dieser Gebetsmeinungen
►Über die Verfasser der Gebetsmeinungen
Wir beten,
- dass viele junge Menschen dem Ruf des Herrn zum Priester- und Ordensleben folgen.
Ein indischer Priester hat es einmal so ausgedrückt: Wir in unserem Land Indien danken euch, Schwestern und Brüder in Europa, für euer eifriges Gebet um Priester und Ordensberufe! Denn wir bekommen sie wirklich. – Wir dürfen also überzeugt sein, dass Gott gerade unser selbstloses Bitten gerne erhört. So wollen wir im Gebet nicht nachlassen und jeden Tag versuchen, auch den Ruf Gottes an uns selbst zu erspüren und wahrzunehmen.
- dass der auferstandene Christus Zeichen der sicheren Hoffnung für Männer und Frauen in Afrika ist.
Christen glauben und wissen auch, dass Jesus nicht tot ist, sondern lebendig in uns, in der Kirche und in der Welt und in jedem Menschen. So sollen gerade die Ärmsten und die sosehr Verwundeten auf diesem riesigen Kontinent auch unsere besondere Solidarität und Liebe spüren. Nichts bringt dort mehr Hoffnung, als wenn sie erfahren können: Um Christi willen sind wir als Geschwister angenommen. Menschen teilen ihr Leben mit uns.
- für die Neugetauften, Kommunionkinder und Firmanden
Auch der Glaube ist wie ein Samenkorn, das wächst. Möge doch das Leben mit Jesus in den jungen Christen immer mehr wachsen, erstarken und sie befähigen, Gutes vom Bösen besser zu unterscheiden in einer Welt, in der es so viel Verwirrung und Verführung gibt.
Br. Markus Präg
Kapuzinerpater in Pension, aber noch Mitglied der ARGE Behindertenpastoral; er leitete über Jahre das Seraphische Liebeswerk die Bubenburg und ist noch Mitarbeiter in der Behindertenpastoral des Seraphischen Liebeswerks und des Provinzrates
►Über die Verfasser der Gebetsmeinungen
Wir beten,
- dass der Beitrag der Frau zur gesellschaftlichen Entwicklung weltweit in angemessener Weise anerkannt wird.
Am 29. Jänner wurde Hildegard Burjan seliggesprochen. Sie hat sich von der Not berühren lassen und rüttelte die Öffentlichkeit auf, hinzuschauen auf die Not der Kinder und der Frauen, die keine Stimme hatten. In den Medien sehen wir fast nur Männer, die sich für die gesellschaftliche Entwicklung einsetzen. Es ist wie in der Kirche: Die Kirche wird zum großen Teil getragen von Frauen, von denen kaum geredet wird. Es ist an der Zeit, den Anteil der Frauen an der Mitgestaltung der Gesellschaft anzuerkennen und zu würdigen.
- dass der Heilige Geist all jenen Standhaftigkeit schenkt, die vor allem in Asien im Namen Christi diskriminiert, verfolgt und zum Tode verurteilt werden.
Sich im Namen Christi diskriminieren, verfolgen und zum Tode verurteilen zu lassen, das braucht mehr als Mut. Es braucht die Gewissheit, dass mein Leben mit dem Leben Jesu verflochten ist, ja sogar eins ist. „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt“ (Mt 5,11,12). Neben dem Versprechen, dass der Lohn im Himmel groß sein wird, braucht es JETZT Menschen, die mit diesen Christen solidarisch sind, indem sie deren Stärke und Standhaftigkeit durch ihr Gebet stützen und stärken. Dazu sind wir aufgerufen, sie nicht alleine zu lassen.
- um SeelsorgerInnen, die glaubwürdig leben und verkünden
Es braucht Menschen, die durch ihr Leben Zeugnis geben von einem Gott, der mit uns Menschen ist. SeelsorgerIn ist jeder Mensch, der sein Leiden, seine Last annimmt in der Gewissheit, dass ihm in diesem Leid Gott begegnet. Diese Gewissheit wird er ausstrahlen und so „verkünden“, dass sein Leben in Gott geborgen ist.
Sr. Birgitt Eckerstorfer
Seelsorgerin im Haus Franziskus
Begleiterin der Lehrgänge "Spirituelle Begleitung von Menschen mit Behinderung"
►Über die Verfasser der Gebetsmeinungen
Wir beten,
- dass alle Völker Zugang zu Trinkwasser und den notwendigen Ressourcen für
den täglichen Lebensunterhalt haben.
Wasser ist die Grundlage für das Leben auf der Erde. Das sagt uns die
Forschung. Das sagt uns auch die Bibel. Sehr oft wird in der Bibel auch vom
Wasser des Lebens gesprochen: „Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus
der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.“ (Offb
21,6) Der Zugang zu Wasser muss ein Grundrecht der Menschen bleiben. Und die
Reinhaltung von Wasser muss sichergestellt werden, damit auch kommende
Generationen auf unserem Planeten leben können. Auch die anderen notwendigen
Ressourcen der Erde sind für alle Menschen da. Sie dürfen nicht dazu
verwendet werden, um auf andere Menschen Macht und Zwang auszuüben.
- dass der Herr mit seinem Beistand die Tätigkeit der Mitarbeiter im
Gesundheitswesen in den armen Regionen bei der Pflege von Kranken und Armen
begleitet.
Ärzte und Krankenschwestern leisten einen sehr wichtigen Dienst am Menschen.
Oft müssen sie in armen Ländern mit sehr unzureichenden Mitteln arbeiten. Es
wäre wichtig, dass die einzelnen Staaten eine gesundheitliche Versorgung
durch die Medizin für alle Menschen ermöglichen. Es kann nicht sein, dass
die gesundheitliche Versorgung armen Menschen vorenthalten wird. Jeder
Mensch besitzt Würde und verdient Zuwendung und Pflege, besonders in
Krankheit und bei Verletzungen.
- für eine gegenseitige Bereicherung durch Solidarität und Spiritualität als
Grundlagen der FIDACA und ihres weltweiten Einsatzes.
Jesus hat die allumfassende Solidarität gelebt und gezeigt. Das ist oft
schwer zu leben. Doch die Solidarität jener Menschen, die das gleiche
Schicksal tragen wie wir selbst, ist einfacher zu leben. Wichtig ist, sich
nicht wegen Kleinigkeiten zu streiten, sondern den gemeinsamen Konsens
innerhalb der Schicksalsgemeinschaft zu finden. Das Miteinander und die
Solidarität können Kräfte bündeln und die Situation der einzelnen Menschen
stark verbessern. Viel Kraft und Klarheit im Handeln gewinnt man aber auch
durch die christliche Spiritualität. Sie gibt Kraft, das Leben zu meistern
im Vertrauen auf Gott.
Manfred Pittracher, Gehörlosenseelsorge Innsbruck
►Über die Verfasser der Gebetsmeinungen
Wir beten,
- dass Opfer von Naturkatastrophen den beim Wiederaufbau des eigenen Lebens notwendigen geistlichen Beistand und genügend materielle Hilfe erhalten.
Sie häufen sich, die Berichte großer Naturkatastrophen in allen Teilen der Welt: Südamerika und Italien – Überschwemmungen, Afrika – Dürre, Türkei – Erdbeben. Abstumpfen, um das eigene Leben erträglich zu halten? Nein, christliche Botschaft heißt: Beistehen, sich einsetzen. Wir danken Gott für die vielen Menschen, die bei Naturkatastrophen im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen: den Spendern und denen, die vor Ort am Aufbau Beteiligten, die auch die große seelische Not erträglich machen, weil sie da sind, zuhören, in den Arm nehmen und beten. Wir bitten: Lass die Quelle an Güte nicht versiegen.
- dass Christen bei der Friedensarbeit den Namen Christi unter allen Menschen guten Willens bezeugen.
Genügt es nicht, sich für den Frieden einzusetzen? Dafür, dass Vorurteile abgebaut werden, die Bilder, die wir voneinander haben, ins rechte Licht – in das Licht Gottes - gerückt werden? Wozu ist es notwendig, den Namen Christi zu bezeugen? Meine Erfahrung: Ehrlicher Einsatz für den Frieden ist gefährlich, das sehen wir an den vielen verfolgten Christen und macht zugleich neugierig: Wer ist es, der sich für uns so einsetzt? Warum macht er das? Was treibt ihn an? Unsere Antwort: Gott rettet! Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben! Zeugnis!
- um gute Bewältigung aller vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen in unseren Werken
Wir stehen am Beginn des Jahres 2012. Unsere Kalender sind bereits gut gefüllt, Aufgaben verteilt und Projekte geplant. Auf manche Aufgaben freuen wir uns, manche bereiten uns Sorge, weil sie schwer zu bewältigen sind. Vieles wird noch kommen, von dem wir jetzt noch nichts wissen. Eigenes Zutun und den Segen Gottes. Beides brauchen wir. Gott steh uns bei!
Alfred Natterer
►Alfred Natterer ist Theologe und Kommunikationstrainer mit psychotherapeutischer Zusatzqualifikation. Er leitet seit knapp vier Jahren die Abteilung Familie und Lebensbegleitung der Diözese Innsbruck, der auch die Fachstelle Behindertenseelsorge zugeordnet ist. In der ARGE Behindertenseelsorge, die Alfred Natterer leitet, vernetzen sich Vertreter unterschiedlicher Einrichtungen (Caritas, Schule, Wohn- und Arbeitsgruppen) und führen gemeinsame Projekte durch wie Bewusstseinsbildung, Fortbildungsveranstaltungen und Ausbildungen, die der ganzheitlichen – also auch der spirituellen Begleitung – der Menschen dienen. Im Laufe des Jahres werden verschiedene Mitglieder der ARGE die Gebetsmeinungen kommentieren.
Copyright © Internationales Blindenzentrum, Landschlacht